Die Pielach - Flussverlauf


VON DER QUELLE ZUR MÜNDUNG

Die Pielach entspringt im Gemeindegebiet von Schwarzenbach am Hennesteck in der nördlichen Randzone der niederösterreichisch - steirischen Kalkalpen. Vom Pielach Ursprung bis zur Mündung in die Donau nahe der Stadt Melk legt sie etwa 67,5 km zurück. Ihr Einzugsgebiet ist etwa 950 km2 groß und wird von jenen der Melk, Mank, Erlauf, Türnitz und Traisen begrenzt.

Der Oberlauf ist tief in dolomitisches Gestein eingeschnitten. In der stark zerklüfteten Geländeoberfläche finden sich Höhlen, Schluchten und auf einem kurzen Stück eine Flussversinkung. Im Oberlauf sind der Nattersbach und Schwarzenbach die wichtigsten Zubringer.

Ungefähr ab Dobersnigg beginnt der Pielach-Mittellauf, der bis Obergrafendorf reicht. Hier ist die Pielach weiterhin ein weitgehend natürliches Gewässer bis auf Regulierungsbereiche in den größeren Ortschaften wie Kirchberg, Rabenstein und Hofstetten. Die wichtigsten Zubringer sind der Loichbach, Soisbach und die Tradigist.

Ab Obergrafendorf zeigt die Pielach zunehmend Unterlaufcharakter. Sie geht von ihrer nordöstlichen Fließrichtung ab und nimmt Kurs nach nordwest, ab etwa Prinzersdorf nach West bis sie letztendlich knapp unterhalb der Stadt Melk nahe Spielberg in die Donau mündet.

Die Donau ist ab Melk flussab auf etwa 33 km noch freie Fließstrecke, die allgemein bekannte und berühmte Wachau.

Für Donaufische ist die Pielach von besonderer Bedeutung. Sie ziehen jedes Jahr zum Ablaichen in den Unterlauf.

Weitgehend naturbelassene und daher schutzwürdige Abschnitte im Mittel- und Unterlauf der Pielach:

  • Rennersdorfer Au: schmaler, aber sehr schöner und erhaltenswerter Alt-Aubestand mit Tümpel und Altwässer
  • Mühlau: bei Hafnerbach mit den größten zusammenhängenden Auwaldresten
  • Sophienhain: mit ca. 200 ha das größte Waldgebiet des Unterlaufes
  • Ofenloch: Durchbruchsstrecken durch das alte Gebirgsmassiv der Böhmischen Masse (Dunkelsteinerwald)
  • Neubacher Au: zeichnet sich besonders durch die Tendenz der Pielach zur Verzweigung aus, wodurch die Bildung von Altarmen und Schotterbänken begünstigt wird.
  • Steinwand: hier gehen die steilen Laubmischwaldbestände in die stellenweise urwaldartig anmutenden Hangwälder der Wachau über
Mühlau Neubacher Au

 

Der Name "Pielach" stammt aus dem Altslawischen, und zwar bedeutet "bela" soviel wie die "Weiße".

Namensherkunft

Sprachforscher verlegen die Übernahme des Namens ins Bayerische in die Zeitspanne von 700 bis 750, wobei die Zusammensetzung bela + aha (Ache) Pelaha zustande kam. Die ersten urkundlichen Nennung "Bielaha" finden sich in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen an das Kloster Niederaltaich (Deggendorf in Bayern) im Jahre 811:

"Locum quemdam (cedimus et confirmamus) in Avaria, ubi Bielaha fluvius Danubium ingreditur (Mon.Boic. XI.101)"

Darunter ist eine Stelle an der Donau gegenüber der Pielachmündung zu verstehen. Der Name Sierning, des größten Nebenflusses der Pielach, ist ebenfalls slawischen Ursprungs und heißt soviel wie "Schwarzenbach" (altslawisch: cirnica), Daraus kann geschlossen werden, dass die Bezeichnung Pielach zuerst dort gebraucht wurde, wo man ihr helles, schotterführendes Flussbett leicht mit dem moorigen, dunklen Untergrund der Sierning vergleichen konnte, also im Mittellauf.